Studententwerke

Wo drückt den Beschäftigten der Schuh

ver.di-Fachtagung:

Wo drückt den Beschäftigten der Schuh

Die Arbeitssituation der Beschäftigten stand im Mittelpunkt einer landesweiten Fachtagung am 22.09.16 in Düsseldorf. In Anwesenheit von Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (MdL) und den Landtagsabgeordneten Dietmar Bell (SPD) und Rolf Beu (Bündnis 90 / Die Grünen) waren sich interne und externe Interessierte sowie Personalräte einig, dass das Engagement der Beschäftigten entscheidend ist für den Erfolg der Studierendenwerke. In der Veranstaltung gab es viel Übereinstimmung - auch mit den anwesenden Geschäftsführungen der Studierendenwerke.

Die Studierendenwerke leisten für die Hochschulen und die Studierenden unverzichtbare soziale Dienstleistungen. Sie haben auch in Zukunft eine unbestrittene Existenzberechtigung. Zuletzt im Jahre 2014 wurde in einer Untersuchung festgestellt, dass die Angebote der Studierendenwerke einen direkten positiven Einfluss auf den Studienverlauf und den Studienerfolg von Studierenden haben.

Zwar gab es seit 2010 auch wieder zusätzliche Mittel des Landes für die gestiegenen Aufgaben der Studierendenwerke. Da es auf Bundesebene aber keinen Hochschulpakt für die Studierendenwerke gibt, verlief der Aufwuchs geringer als bei den Hochschulen. Deshalb ist es richtig, dass landesseitig weiterhin alle Möglichkeiten genutzt werden, den Studierendenwerken für ihr Management des sozialen Lebens der Studierenden zusätzliche Mittel zur Verfügung zu stellen.

Auf der Veranstaltung hat ver.di vorgeschlagen, die zunehmend wichtigen sozialen und psychologischen Beratungsangebote gesondert finanziell zu unterstützen. Ein weiterer gewerkschaftlicher Vorschlag, der jetzt in- und außerhalb der Studierendenwerke beraten wird, geht dahin, dass sich Geschäftsführungen und Personalräte mit dem Thema Personalentwicklung befassen und dass das Wissenschaftsministerium eine gemeinsame Initiative hierzu unterstützt.

Die steigende Anzahl und die wachsende Vielfalt der Studierenden (jüngere Studierende, Studierende mit Kindern, ausländische Studierende) sowie der Anspruch, Leistungen in höchster Qualität abzuliefern, bringen die mehr als 5.000 Beschäftigten der NRW-Studierendenwerke immer öfter an ihre Leistungsgrenzen. Ihre Arbeit ist oft körperlich und seelisch anstrengend, ruiniert oftmals die Gesundheit. und die Bezahlung reicht für viele Beschäftigte nicht zur Existenz-sicherung, erst recht nicht, wenn, wie in der Gastronomie überwiegend in Teilzeit oder befristet eingestellt wird.

Unter großem Beifall stellte Anne Berger, Sprecherin der ver.di-AG Studierendenwerke fest: „Studierendenwerke sind ein Teil der sozialen Daseinsvorsorge und haben den gleichen Anspruch auf vorbildliche Arbeitsbedingungen wie andere Beschäftigte des öffentlichen Dienstes auch.“

In der Fachtagung wurden vor allem existenzsicherende Arbeitszeiten und Bezahlung, die Rentenperspektive und die Gewinnung von fachlich und menschlich überzeugenden Fach- und Führungskräften angesprochen. Die externe Nachwuchsrekrutierung fällt zunehmend schwerer. Deshalb muss den vorhandenen Beschäftigten, auch mit Blick auf die Übernahme von herausgehobenen Positionen, mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Aber es geht auch um mehr Prävention und ambitionierten Gesundheitsschutz. Vorhandenen Belastungen soll systematischer und auf der Basis von Gefährdungsbeurteilungen entgegengetreten werden. Es braucht intelligente Lösungen für Beschäftigte, die sich im Laufe der Jahre gesundheitliche Schäden zugezogen haben und die nur noch eingeschränkt arbeiten können.