Studierende

Was sollten Studierende über die Unfallkasse NRW wissen?

Was sollten Studierende über die Unfallkasse NRW wissen?

Die gesetzliche Unfallversicherung ist ein Pfeiler der Sozialversicherung, die auf Betreiben von Reichskanzler Bismarck im Jahre 1884 eingeführt wurde. Die Pfeiler bestehen außer der gesetzlichen Unfallversicherung noch aus der gesetzlichen Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Diese fünf Pfeiler sind Pflichtversicherungen. Nach dem Sozialgesetzbuch (SGB VII) ist die gesetzliche Unfallversicherung für ca. 80 Millionen Menschen in Deutschland zuständig. Dazu zählen u.a. beschäftigte Arbeitnehmer, Schüler und Studierende, Kinder und auch Ehrenamtliche. Sie sorgt mit dem Prinzip „Alles aus einer Hand“ für die Prävention, Rehabilitation und Entschädigung der Versicherten, sorgt aber auch für eine Haftungsablösung der Unternehmer. Die  gesetzlichen Unfallversicherungsträger haben das Recht auf Selbstverwaltung. In der mit einem Parlament vergleichbaren Vertreterversammlung, die im Zuge der Sozialwahlen zusammengesetzt wird, sitzen paritätisch ehrenamtliche Vertreter der Versicherten und Arbeitgeber.

Des Weiteren ist die gesetzliche Unfallversicherung in gewerbliche, öffentliche Hand und landwirtschaftliche Bereiche unterteilt. Dabei unterscheiden sich die Träger in zwei Sektoren. Für den Privatsektor sind die Berufsgenossenschaften zuständig. Für den öffentlichen Sektor sind die Unfallkassen und die Gemeindeunfallversicherungsverbände zuständig. Eine Unfallkasse weist Unterschiede gegenüber der Krankenkasse auf. So bietet die Unfallkasse u.a. umfassendere Leistungen für die Versicherten. Sie überwacht auch die Unfallverhütung z.B. in den Betrieben und Schulen und sorgt für die Wiedereingliederung in die soziale Welt und die Arbeitswelt. Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen der Krankenkasse und der Unfallkasse ist, dass man bei der Krankenkasse erst auf Antrag Leistungen erhält und bei der Unfallkasse von Amts wegen ermittelt und geleistet wird. Darüber hinaus wird man, wenn man bei der Unfallkasse versichert ist, bei dem Heilungsprozess und wie schon erwähnt bei der Reintegration unterstützt. Dazu zählt auch die Versorgung mit Arznei- und Heilmitteln. Weiterhin kann man als versicherte Person bei Verdienstausfall nach sechs Wochen auch Verletztengeld erhalten und bei bleibenden Gesundheitsschäden auch Rente. Vorteilhaft sind auch die gesondert zugelassenen Durchgangsärzte, die auf Unfälle spezialisiert sind. Daher ist es empfehlenswert nach einem Arbeitsunfall direkt einen Durchgangsarzt aufzusuchen, auch wenn es sich nicht um einen direkten Notfall handelt.

Seit  1971 gibt es auch die sogenannte Schülerunfallversicherung. Dazu zählen auch Studierende aller Hochschulen. Nach dem SGB VII ist jeder ordnungsgemäß eingeschriebene Student bei allen studienbezogenen Tätigkeiten, bereits auf dem Weg zur Immatrikulation versichert. Diese Tätigkeiten sind der Besuch von Vorlesungen, Seminare, der Besuch und das Lernen in der Universitätsbibliothek, studiumsbezogene Exkursionen, Sporteignungstest für ein Sportstudium und auch generell der von der Hochschule angebotene Hochschulsport.  Auch Praktika, die im Rahmen des Studiums absolviert werden sind versichert, jedoch ändert sich da unter Umständen der Versicherungsträger. Leistungsträger für die gesetzliche Unfallversicherung an Hochschulen sind die Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand, also die Unfallkasse des jeweiligen Bundeslandes. Man ist aber z.B. nicht versichert in Lerngruppen außerhalb der Hochschule oder bei privat organisierten Fahrten oder Treffen, da die Hochschulen insoweit keinen inhaltlichen bzw. organisatorischen Einfluss haben.

Die Unfallkasse erfüllt damit eine sehr wichtige Aufgabe in der Gesellschaft, da sie in vielen Bereichen tätig und spezialisiert ist.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die gesetzliche Unfallversicherung eine große Verantwortung für ca. 80 Millionen Menschen hat und diese Aufgabe mit allen Leistungen in jedem Bereich erfüllt.

Evindar Gürel